Was macht die AGSD ?

Interview
mit einem
Vereinsmitglied der AGSD (AufklärungsGemeinschaft über Scientology und Dianetik):
Wie ist die Beratungsstelle aufgebaut? Was für Personen
arbeiten dort?
Die AufklärungsGemeinschaft über Scientology und
Dianetik (AGSD), ist ein Verein mit bis zu 100 Passivmitgliedern bestehend aus
ehemaligen Scientologen, indirekt Betroffenen und Interessierten. Der Verein
wurde 1991 gegründet mit den zwei Zielen: Aufklärung der Mitmenschen über
das Wirken von Scientology, Dianetik und deren Unter- und Tarnorganisationen,
sowie die Hilfestellung für Betroffene. Über Mitgliederbeiträge und Spenden
wird der Verein finanziert, damit wir Informationsmaterial gegen Scientology an
die Öffentlichkeit abgeben können.
Für die Beratung stehen uns 5 ehemalige Scientologen
zur Verfügung, die alle ehrenamtlich arbeiten.
Wie kommt es zu einer Beratung auf Ihrer Stelle?
Wir werden über E-Mail, Brief, Telefon oder Fax um
Beratung angefragt. Die Adresse kann im Internet, in Büchern über Sekten,
Zündholzbriefchen und Flugblättern gefunden werden.
Mit wem wird in der Beratung gearbeitet?
Mit Eltern, Geschwistern, Ehepartnern, und Firmen, die
Mitarbeiter einstellen wollen aber nicht sicher sind, ob die Bewerber in einer
Sekte sind. Direktbetroffene, die aussteigen wollen rufen auch an, kommen
jedoch aus Angst nur selten in eine Beratung. Oft bleibt es bei einem
einmaligen Telefonanruf.
Wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen für eine
Sektenmitgliedschaft?
Bei persönlichen 'Tiefs', Enttäuschungen und in
Krisensituationen sind die Menschen sehr leicht ansprechbar für Sekten.
Weitere Gründe sind das fehlende Angebot der Kirchen, Zuwendungsbedürfnisse
oder die Neugier der Menschen. Scientology betreibt ein regelrechtes Marketing
über die Bedürfnisse und Wünsche der Mitmenschen und nützt dabei jegliche
Schwächen und Komplexe zur Mitgliederwerbung aus.
Was beinhaltet Ihre Sektenberatung?
In der Beratung wollen wir in erster Linie die Angst
nehmen und einfach einmal zuhören. Wir geben aber auch Ratschläge mit, wie
sich die Angehörigen oder Freunde gegenüber den Betroffenen verhalten
sollen. Zum Beispiel soll der Kontakt nicht abgebrochen und kein Geld gegeben
werden.
Wie verläuft eine Sektenberatung?
Nach der Anfrage um Beratung kommt es zu einem
persönlichen Gespräch, wobei der Ort unterschiedlich sein kann. Es werden
auch Hausbesuche zu zweit gemacht. Auf dieses Gespräch können noch weitere
Telefonanrufe folgen, denn wir engagieren uns mit Herz und sind immer für die
Ratsuchenden da. Wir sind auch behilflich, wenn es darum geht von der
Scientology Geld zurückzufordern. Die Beratungen können sehr unterschiedlich
verlaufen und sind zeitlich nicht begrenzt.
Was wollen Sie von den Problembetroffenen wissen?
Wir möchten wissen, wie lange sie schon bei Scientology
dabei sind, wieviel Geld sie ausgegeben haben, ob sie schon Kredite aufnehmen
mussten und ob das Erbe schon bezogen wurde. Des weiteren interessiert uns, ob
die Betroffenen noch in der Schule oder in einer Lehre sind und woran sie
gemerkt haben, dass mit Scientology etwas nicht stimme.
Zuerst können aber die Sorgen und Nöte erzählt
werden.
Was sind die Ziele ihrer Sektenberatung?
In erster Linie wollen wir vor allem Jugendliche über
Scientology aufklären und wenn möglich mit anderen Betroffenen
zusammenzubringen. Dann wollen wir Eltern beraten, damit sie wissen wie sie
sich ihren betroffenen Kindern gegenüber benehmen sollen. Ziel ist es, dass
sie es schaffen, die Kinder von Scientology loszubringen.
Wann ist für Sie eine Beratung erfolgreich?
Wenn man den Eltern helfen und moralische Unterstützung
geben kann.
Führen Sie eine Erfolgsbilanz?
Nein
Welche Methoden werden bei Ihrer Beratung angewendet?
Bei Kaffee, Tee und Kuchen wollen wir zuhören und
Vertrauen aufbauen, damit die Ratsuchenden ihre Sorgen abladen können. Die
Betroffenen sollen in Kontakt mit ehemaligen Mitgliedern gebracht werden,
Was lernen die Betroffenen in Ihrer Beratung?
Sie lernen Hilfe anzunehmen bei Problemen und merken,
dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht alleine sind. Sie erfahren, dass man
zusammen stärker ist und sie können wieder Kontakt aufnehmen mit ihrem
früheren Beziehungsnetz.
Ist die Beratung freiwillig oder wird Druck ausgeübt?
Die Beratung ist freiwillig.
Weshalb führen Sie Sektenberatungen durch?
Weil es andere nicht machen. Weil Politiker gegen diese
Wirtschaftssekten, denen es nur um Macht und Geld geht, nichts unternehmen, da
sie Angst davor haben. Scientology ist eine sehr aggressive,
wirtschaftskriminelle Vereinigung, die politisch aktiv bekämpft werden
sollte.